Begriffliches

TRANSSEXUALISMUS (med.) a.g. Harry-Benjamin-Syndrom (HBS) ist eine körperliche Störung. Die Betroffenen empfinden seit frühester Kindheit ihren Körper, spez. auch ihr Genital als falsch und nicht zu sich gehörig. Weitere Belastungen entstehen bei Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale in der Pubertät. Da in der Gesellschaft die Rollenzuweisung ebenfalls aufgrund körperlich von außen sichtbarer Merkmale geschieht, wird auch diese Rolle als belastend empfunden; obwohl dies bei Transsexualität im engeren Sinne (verbunden mit dem durch den Körper verursachten Leidensdruck) eher ein Sekundärsymptom ist. Transsexualität gibt es in beiden Richtungen: Frau zu Mann (FzM) = transsexuelle Männer und Mann zu Frau (MzF) = transsexuelle Frauen. Diese Bezeichnungen werden von Medien und oberflächlich denkenden Menschen sehr oft vertauscht. Die FzM-Transsexualität ist zumeist nicht so augenfällig.


Im ICD-10, dem Katolog der medizinischen Diagnosen, ist Transsexualität unter F.64.0 in der Gruppe der psychischen Störungen katalogisiert. Dieses ist eine Hilfskonstruktion (gem. Kommentar der WHO), damit die "Krankheit" im Sinne des Sozialrechts durch eine von den Krankenkassen übernommene Behandlung (Geschlechtsangleichung) therapiert werden kann. Im Grund genommen ist die Einordnung in diese Gruppe jedoch elementar falsch, da ja eben die pychische Geschlechtsidentität der Betroffenen vollständig in Ordnung und sehr eindeutig ist. Transsexuelle empfinden sich auch in keiner Weise als "zwischengeschlechtlich".


Bei vielen Fallgeschichten sind diese Merkmale sehr früh und weit vor der Pubertät zu bemerken; dennoch geschieht oft über Jahrzehnte eine "Anpassung" an die äußeren Erwartungen bis hin zu Ehe und Kinder zeugen. Diese extreme , einer Selbstvergewaltigung gleichkommende Anpassung beobachten wir zumeist nur bei der MzF-Transsexualität, weil die gesellschaftlichen Rollenfreiheiten der Männer weitaus geringer als die der Frauen sind. Wer stört sich schon an einem Neo-Mann, also genetisch Frau im Männeranzug. Umgekehrt kommt es hier zu ganz anderen Akzeptanzproblemen die auch heutzutage leider noch oft zum Verlust der Arbeitsplatzes führen. Das AGG hat dies zumindest im öffentlichen Dienst etwas abgemildert, wenngleich auch hier (Gesetzes-)Papier bekanntlich geduldig ist.

 

Wir lehnen den Begriff "TRANSGENDER" als Oberbegriff ab. Transsexualität im medizinischen Sinne, hat mit "Transgender", einer "hippen" anglizistischen Form des Geschlechtsrollenwechsels nichts zu tun. Transsexuelle leiden primär unter einem falschen Körper, ähnlich einer körperlichen Behinderung. Je besser die Angleichung des Äußeren an das Innere gelingt, desto mehr ist das Leid überwunden und die Normalität kehrt ein. Dadurch werden die Probleme einer falschen Sicht von außen automatisch angegangen.


Ein Beispiel: Ein Mensch mit nur einem Bein will trotz Krücke als normaler Mensch behandelt werden und besteht nicht auf der Einführung eines Sonderstatus als Einbeiniger. Dieser Mensch besteht mit Recht darauf, nicht in allen möglichen und unmöglichen sozialen Zusammenhängen auf seine Behinderung hingewiesen zu werden, sondern hat das Recht normal behandelt zu werden.


Ebenso wenig brauchen wir ein drittes Geschlecht. Das käme einer Stigmatisierung gleich. Außerdem keine Lösung weil alle echten Transsexuellen anschließend "Transgender-zu-Frau/Mann"-transsexuell wären.


Die einzige erfolgversprechende Behandlung ist die medizinisch maximal mögliche und individuell sinnvolle Angleichung des Körpers an das eigentliche und empfundene Geburtsgeschlecht.





Nach oben 
Seite Drucken 
Neuigkeiten
Termine
Neuigkeitenbrief
Der kostenlose Realo Neuigkeitenbrief versorgt Sie stets mit allen Neuigkeiten.



Random Block
Transsexuelle im  sportlichen Wettkampf -
fair oder unfair ?


Quelle: Laufmagazin SPIRIDON 04/2014

Die ganze Diskussion im SPIRIDON und die Leserbrief-Stellungnahme von REALO seht Ihr hier:

KLICK MICH


Andere Info-Quellen:


Transsexuellengesetz (TSG)

www.buzer.de/gesetz/6253/index.htm

Zu Favoriten hinzufgen